Interview mit Christopher Ross alias Thomas Jeier – Im Herzen Kanadas

»Ein historischer Abenteuerroman entführt uns in eine fremde Welt, die (…) uns den grauen Alltag vergessen lässt.«

Lieber Herr Jeier, wie würden Sie Florence, die Helden Ihres neuen Abenteuerromans »Im Herzen Kanadas – Eine Liebe am Yukon River«, beschreiben?

Thomas Jeier: » Florence ist eine selbstbewusste junge Journalistin, die den Mut aufbringt, in eine Männerdomäne einzubrechen. Nachdem ihr Kollege verhaftet wird, sieht sie sich gezwungen, allein zum Yukon im Norden Kanadas zu reisen und dort unter widrigen Umständen über den Goldrausch zu berichten. Allein auf einem Hundeschlitten trotzt sie dem kanadischen Winter und vielen weiteren Gefahren, die sich ihr in den Weg stellen. Mutige Frauen wie sie gab es damals tatsächlich!«

Kanada spielt in vielen Ihrer Romane eine große Rolle, so auch hier. Was fasziniert Sie so sehr an dem Land?

Thomas Jeier: »Vor allem der kanadische Norden fesselt mich mit seiner scheinbar endlosen Weite, ausgedehnten Wäldern und baumloser Tundra, unzugängliche Bergregionen und einer faszinierenden Tierwelt. Ein Land, wie geschaffen für spannende und romantische Abenteuer – und für mich auch der Inbegriff der Freiheit.«

Auf ihrer Reise lernt Florence vier Frauen kennen. Was macht diese zu so bemerkenswerten Begleiterinnen?

Thomas Jeier: »Diese vier Frauen – Elsa, Betty, Rosie und Helen – sind keine farblosen Nebenfiguren, sondern eigenständige Charaktere und authentische Vertreterinnen ihrer Zeit, wie sie gerade der Goldrausch am Klondike hervorgebracht hat: Zwei Prostituierte, die der rauen Wildnis mit Mut und Humor begegnen und in Skagway zu erfolgreichen Unternehmerinnen werden, eine junge Frau, die an den extremen Herausforderungen zu scheitern droht, und Betty, eine Farmersfrau, die nach ihrem verschollenen Mann sucht. Für alle vier gibt es historische Vorbilder, hinter denen fesselnde Geschichten stecken.«

In der Goldgräberstadt Skagway trifft Florence auf George, einen Polizisten der Royal Canadian Mountain Police und die beiden kommen sich näher. Welche Hindernisse stellen sich ihnen in den Weg?

Thomas Jeier: »Die Royal Canadian Mounted Police hatte am Yukon alle Hände voll zu tun, um die Ordnung aufrechtzuerhalten, und Flo und George bleibt nur wenig Zeit miteinander. Ihre größten Widersacher sind Flos ehemaliger Freund, ein eifersüchtiger und gefährlicher Mann, der sie um jeden Preis zurückgewinnen will – und dann ist da noch die unerbittliche Natur im kanadischen Winter, die ihnen beiden zum Verhängnis zu werden droht …«

Was macht den historischen Abenteuerroman für Sie zu so einem faszinierenden, fast zeitlosen Genre?

Thomas Jeier: »Ein historischer Abenteuerroman entführt uns in eine fremde Welt, die im Gegensatz zur Fantasy tatsächlich existiert hat, beste Voraussetzungen für spannende Geschichten bietet und uns den grauen Alltag vergessen lässt. Mit meinen romantischen Abenteuerromanen habe ich ein Genre geschaffen, in dem nicht tollkühne Krieger, sondern mutige und selbstbewusste Frauen inmitten einer historischen und sorgfältig recherchierten Umgebung den Heldenpart übernehmen – und nicht selten auch die große Liebe finden. Historische Vorbilder für solche Frauen, die zu ihren Lebzeiten gerne totgeschwiegen wurden, gibt es genug und es lohnt sich, ihre Geschichten zu erzählen.«

Das Gespräch führte Alina Hettmann aus dem dotbooks-Lektorat.

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